Berufswahllager BWS Uster 08-2006
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Berufswahllager 2006 der Berufswahlschule Uster vom 21.-25. August
Die Klasse für Gestaltung, Form und Präsentation (GFP) der Berufswahlschule Uster[1], absolvierte auch dieses Jahr den Einstieg ins Schuljahr 06/07 in Cudrefin.
Drei Themenschwerpunkte
Nach der Anreise per Bahn nach Neuenburg und einer extrem Ferienstimmung vermlittelnden Überfahrt, per Schiff über den Neuenburgersee, erreichten wir am Montagabend das Pfadihaus «Le Moulin». Für die Küchenmannschaft No. 1 wurde ein Schwerpunkt gleich zum Thema, denn alle waren hungrig. Sie fanden sich, zusammen mit Martina Vogel, in der Küche schnell zurecht und erfüllten den ersten Teil zur Aufgabe Ernährung. Nach einem ausgezeichneten Risottoessen, übernahm Robert Unteregger die Klasse für einen Informationsrundgang. Dabei konnten die Schüler gleich am Objekt selbst sehen, wie gross die Wand war, welche Sie in den nächsten Tagen gestalten durften. Mit einem kleinen Zukunftsrat beschlossen wir den ersten intensiven Tag. Unser dritter Schwerpunkt die Berufswahl würde dann am nächsten Tag auch noch ihren Platz einehmen.
Juri's Gitarrenspiel ertönte noch eine Weile und dann kehrte Ruhe ein...
Denken und Wirken...
Am Dienstag Morgen gingen die Einen, mit Martin Vonlanthen [2] zusammen, auf Entdeckungsreise über Pigmente und Bindemittel und stellten Anstrichstoffe selber her, während die Anderen, mit Stefan Werthmüller [3], die für dieses Gebäude geeignete Gestaltungsart prüften. Es ging dabei auch stark um den historischen Hintergrund und die Situation, dass dieses Zentrum jetzt und dereinst von verschiedensten Personen benützt wird. Küchencrew No. 2, eine von insgesamt vier Gruppen, sorgte an diesem Tag für unser leibliches Wohl. Neben der Lebensmittelbeschaffung bei Bauern in nächster Umgebung, sowie selber Brot zu backen und der grundsätzllichen Diskussion über Nachhaltgkeit in der Ernährung, wurden auch gesundheitliche Fragen erörtert und Essgewohnheiten hinterfragt. Wichtig war auch das gestalterische Potenzial in diesem Bereich bewusst zu machen und auszuschöpfen. Visuelle Effekte können den Essgenuss enorm steigern und sind schon mit einfachen Mitteln umzusetzen.
Am Nachmittag wechselten die Gruppen draussen in der Scheune die Arbeitsplätze und bis am Abend konnten wir das weitere Vorgehen festlegen. Es sollte eine Bemalung der Wand Realisiert werden, in Anlehnung an die späten Werke des Russisch-Amerikanischen Malers Mark Rothko (Bild rechts) [4].
Nach einem, für Lagerverhältnisse erneut vorzüglichen Nachtessen, investierten wir noch Zeit in einen Interessenkompass, der uns mehr Klarheit für die Berufswahl verschaffte.
...und Werken wie im Film
Der Mittwoch startete genau so gut wie die anderen Tage und obwohl die Nacht einige Zeit für's gegenseitige Kennenlernen beanspruchte, waren alle am Morgen parat für ihre Aufgaben.
Etwas seltsam war dann die Begegnung mit einem Herrn, der uns für seine schief stehende Gartenbeleuchtung verantwortlich machte. Nicht nur, dass in der Zwischenzeit die Filmcrew um Gregor Frei eingetroffen war, allerdings mit einem Dokumentationsauftrag und nicht etwa als Paparazzis, machte das Ganze schon fast filmreif. Mangels stichhaltiger Vorwürfe der Anklage, welche auch die unterdessen angerückte Polizei nicht zu überzeugen vermochten, war dann die Angelegenheit schnell vom Tisch und wir konnten uns wieder unseren Inhalten widmen.
Das Herstellen einer grösseren Menge Kalk-Caseinfarbe [5], war ein spannender Arbeitsprozess und das Applizieren der Farbe eine richtige Teamarbeit. Gspannt warteten wir auf ein erstes Antrocknen der Farbe und den damit verbundenen sichtbaren, endgültigen Farbton. Etwas entäuscht musste die Gruppe feststellen, dass alles, trotz zweimaligem Auftragen, viel zu hell wirkte. Wir beschlossen, am nächsten Tag, einen dünkleren Farbton zu mischen und den unteren Teil der Wand damit nochmals zu streichen.
Da Lukas Geburtstag hatte, warfe die Küchencrew No. 3 den Grill an und wir liessen uns die feinen Würste schmeken, die eben nich den weiten Weg von Spanien oder Ungarn in den Fasern hatten. Danach haben wir die Sommerferien noch einmal aufleben lassen, in dem wir unsere selbsthergestellten Postkarten, eine Hausaufgabe über die Sommerferien, miteinander besprachen. Bei Geburtstagskuchen und Kerzenschein, konnten wir den lauen Abend noch einige Zeit geniessen.
Abschlussabend
Wie schon erwähnt, behandelten wir am Donnerstag die Wand noch mit einem dritten Anstrich. Das war dann nahezu so, wie wir uns das vorgestellt hatten. Ohne jetzt überheblich zu werden, können wir sagen, dass uns die Rothko-Imitation wirklich gut gelungen ist. Es war sehr spannend wie dieser Raum in seiner Wirkung eine Veränderung erfahren hat und was wir, mit unserer Farbgebung bewirken konnten.
Nun galt es weiter an der Berufswahl zu arbeiten und unsere Skizzenbücher, die wir von Herr Kolb zum Dokumentieren der Woche erhalten hatten, mit zusätzlichen Informationen, persönlichen Notitzen und eben mit Skizzen, zu füttern. Frau Frei von Swissbalance [6] hielt noch einen interessanten Vortrag über die Folgen von Übergewicht. Handwerklich, für die Berufswahl oder im Küchendienst zu arbeiten und dabei immer gefilmt zu werden war ganz schön anstrengend. Es bewegte die einen dazu ihre Schauspielambitionen zu begraben. Nun wissen sie wenigstens, dass dies kein Beruf für sie ist. Wir sind trotzdem mega gespannt auf den Filmbeitrag über unser Wirken.
Die Küchencrew No. 4 lief auf Höchstform auf und wagte sich an vielversprechende Kreationen, wie etwa eine verlockende (nullprozentige) Bowle- zu servieren, in mit Früchten dekorierten Gläsern...
Der Abend wurde ganz lustig und wir genossen das Zusammensein mit feinem Essen (speziell die heiss erwarteten Schokobananen!), Spielen und einem Abendspaziergang unter sternenklarem Himmel.
Die paar ortsansässigen Jungs, die uns dabei stören wollten und sich gleichzeitig als Sachbeschädiger outeten, haben wir uns ans Bein gestrichen...
Eine tolle Zeit...
...verbrachten wir in Cudrefin! Mit einem super Klassengeist und voll motiviert, war die Abgabe der Unterkunft am Freitag im Nu geschafft. Nach einem letzten Blick zurück, liessen wir uns erneut bilderbuchferienreif nach Neuenburg verschiffen.
Dort kam es dann zu einer regelrechten Mc'Donalds Orgie. Der Schwerpunkt Ernährung diese Woche, war aber nicht umsonst, waren die meisten in diesem Moment doch vom unglaubllichen Abfallberg überrascht. Auch das Video, über Folgeerscheinungen unserer Essgewohnheiten, das alle diese Woche sahen, sass noch sehr präsent im Nacken... Zurück in Uster, werden wir unserer Schulleitung auf alle Fälle Vorschläge unterbreiten, wie an unserer Schule die Verpflegung aus Sicht der Schüler gestaltet werden könnte. Ideen haben wir einige in dieser Woche zusammengetragen.
Klasse GFP - die für's Gestalten, Formen und Präsentieren!









